Äthiopien 2018 - Besuch der Waisenkinder von Lalibela
12.05.18 - von Axum nach Woldeya
Abenteuer Reisen :) :)
Pünktlich 5.30Uhr stehen wir noch etwas müde mit unserem Gepäck vor dem Hotel. Happy hat ein Auto bestellt, auf das wir nun warten.
Nach über einer Stunde vergeblichen Wartens, beschliesst Happy ein Tuc Tuc zu rufen und wir machen uns auf den Weg zum Busbahnhof.
Dort angekommen werden wir sofort von vielen Fahrern angesprochen. Jeder will uns mitnehmen, um seinen Bus voll zubekommen. Denn ehe der Bus nicht gnadenlos bis zur letzten Lücke mit Fahrgästen gefüllt ist, ist an Abfahrt nicht zu denken.
Nach einigen Diskussionen nehmen wir in diesem Bus Platz. Wir sind die ersten Fahrgäste. Dann fahren wir wenige 100m weiter und sammeln zwei weitere ein. Ich kenne das Prozedere aus dem letzten Jahr und vermute das die Abfahrt noch dauern wird.
Wir beschließen die Zeit des Wartens mit frühstücken zu überbrücken. Happy nimmt ein für diese Gegend typisches Frühstück. Zerbrochenes Brot mit Milch, Ei und Tomaten. Wir nehmen Sandwich mit Ei.
Dann erhält Happy einen Anruf, unser Fahrer samt Auto taucht auf. Er hat kleine 2 Stunden Verspätung. Wir beenden fix das Frühstück und holen unser Gepäck aus dem Bus. Wenig später sitzen wir in der zweiten Reihe eines Toyota SUV. Wir sitzen total beengt und können uns mit den Knien die Ohren zuhalten. Die Sicht auf die vorbeiziehende Landschaft ist eingeschränkt. Vor uns sitzen drei Studenten aus Axum. Die sitzen mit viel Platz entspannt vor uns. Wir haben kaum die Möglichkeit uns zu bewegen und so wird dieser Teil der Strecke echt zur Strapaze. Ich blicke neidvoll auf die Sitzreihe vor uns. Die Drei sind fröhlich und plaudern entspannt die ganze Fahrt.
Am Straßenrand werden immer wieder Früchte angeboten. Dieses Mal stoppt der Fahrer und feilscht um den Preis.Doch schließlich wechseln Ware und Geld den Besitzer.
Nach drei Stunden Fahrt ist endlich Pause. Wir quälen uns aus der Sitzbank. Erstmal die Knochen gerade kriegen
Dann trinken wir einen Tee, der schmeckt hier wirklich überall mega gut. Man bekommt hier stets Chai serviert.
Dann wird zur Weiterfahrt gerufen. Aufgrund unserer müden Erscheinung überlassen uns die Studenten ihre Plätze und nehmen nun selbst auf der engen Bank Platz. Ich bin unendlich glücklich und bedanke mich gefühlte tausend mal ehe ich für die letzte Stunde Fahrt ein Nickerchen mache.
Um die Mittagszeit kommen wir in Mekele an. Die Stadt liegt auf einer Höhe von 2130m. Es ist eine relativ neue Stadt mit vielen Hochhäusern. Unser erster Eindruck: Muss man nicht gesehen haben. Wir bringen unser Gepäck in eine Pension und stellen es dort ab. Wir wollen erstmal etwas essen und dann entscheiden, ob wir heute noch weiter fahren. Happy möchte am liebsten noch bis Weldiya. Das sind noch einige Stunden Fahrzeit.
Nach dem Essen fühlen wir uns wieder gut gestärkt und wir wollen den Weg fortsetzen.
Happy ruft ein Tuc Tuc und wir fahren zu einem kleinen Cafe gleich in der Nähe vom Bahnhof.
Dann kommt Happy. Er hat einen Bus für die Weiterfahrt gefunden. Ich soll mitkommen und Probesitzen. Nach dem Desaster mit dem Toyota will er die Entscheidung nicht allein treffen. Ich finde den Bus ok und somit wird auch Matthias samt Gepäck eingesammelt. Unsere Rucksäcke werden auf dem Dach verzurt. Der Bus ist zum Glück schon proppe voll, so kann die Fahrt gleich starten .
Ich sitze am Fenster und kann die weitere Fahrt in vollen Zügen genießen.
Während wir so dahin fahren, kauen die beiden Jungs die neben dem Fahrer sitzen Bündelweise Chat und sind daher bester Laune. In dem Bus hocken 18 Fahrgäste und eine Begleitperson. Dieser Begleiter hat die Aufgabe in jedem Ort das Ziel auszurufen, um weitere Fahrgäste zu finden. Ausserdem kassiert er das Fahrgeld und wacht über das Gepäck auf dem Dach.
Dann plötzlich ist Polizeikontrolle. Der Fahrer muss seine Lizens zeigen. Der Fahrer kramt nervös nach verschiedenen Zetteln, die er dem Polzist zeigt. Nach einiger Diskussion dürfen wir weiter. Happy sagt uns später, das er wohl nicht die richtige Lizens gehabt hätte. Der Polizist sagte ihm, heute darfst du weiter, aber beim nächsten mal bist du dran.
Dann ist "Pippi Pause" angesagt. Alle schlagen sich ins Gebüsch. So was wie Rasthöfe gibt es hier nicht. Leider liegt hier auch jede Menge Plastikmüll umher
Dann kommen wir nach mehreren Stunden in Alamata auf dem Busbahnhof an. Wir beschließen eine Tee Pause zu machen.
Doch dann kommt alles anders. Ein Bus nach Weldiya steht bereit. Es sind noch drei Plätze frei. Ehe wir uns versehen wird unser Gepäck von einem Bus zum nächsten geschleppt und schon sind wir wieder mitten drin. Das mit dem Tee hat sich erledigt.
Polizeikontrolle - Ausflug mit der Familie :) :)
Auch auf dieser Fahrt erleben wir eine Polizeikontrolle. Wieder geht es um die Lizens. Unser Fahrer hat nicht die richtige. Fünf Leute reden wild gestikulierend auf den Beamten ein und behaupten sie seien mit der Familie unterwegs. Der Polizist schaut Matthias und mich an und schmunzelt. Aber auch er lässt uns mit einer Ermahnung weiter fahren.
Aussergewöhnliche Fahrgäste :(
Der Fahrer stoppte immer mal wieder, um Gäste ein- und aussteigen zu lassen. Zwischendurch stieg auch jemand mit einem toten Dic Dic ein. Er hatte es erlegt, weil es sein Gemüse fressen wollte. Hätte die Polizei ihn erwischt, würde er dafür ins Gefängnis wandern. Kurzeitig waren bis zu 20 Personen in dem Bus.
Ankunft in Weldiya
Es ist schon dunkel, als wir am Ziel ankommen. In 12 Stunden haben wir 460 km zurückgelegt. Dafür haben wir für 3 Personen 1000 Birr bezahlt (ca. 30€). Am teuersten war der Toyota SUV mit 600 Birr. Wir essen noch etwas und gehen dann müde zu Bett. Der Tag war anstrengend. Aber wir haben so viel erlebt und gesehen, einfach eine riesige Erfahrung, die wir nicht missen möchten!
Morgen soll es um 6 Uhr weiter gehen.
Aufbruch: | 27.04.2018 |
Dauer: | 3 Wochen |
Heimkehr: | 19.05.2018 |