Durch Südböhmen per Fahrrad
Moldauabwärts nach Krumlau
Wir überqueren den Staudamm bei Lipno, der Ort, der dem Stausee den Namen gab. Dann haben wir noch ein paar Kilometer Radweg, kommen dann aber auf die Straße, wenn wir im Tal der Moldau bleiben wollen. An den Verkehr müssen wir uns gewöhnen, dafür kommt gleich ein Höhepunkt, nämlich das Zisterzienserkloster Vyssi Brod.
Wir machen eine deutschsprachige Führung mit und sind erstaunt über die Schätze, die das Kloster noch birgt, obwohl im Kriege viel verlorenging. Sehenswert ist insbesondere die zweitgrößte alte Bibliothek der Tschechischen Republik. Das Kloster gehört jetzt zum größten Teil wieder den Mönchen; wir fragen uns, wie sie mit ihren bescheidenen Mitteln den Bau werden unterhalten und weiter restaurieren können. Aber viel ist schon getan.
Auf der Moldau herrscht lebhaftes Treiben. Kanus versuchen, die Staus und Stromschnellen zu passieren, immer wieder kentern dabei Boote zum Vergnügen der zahlreichen Zuschauer.
Schon 10 km stromab kommt das nächste Kloster: Rozmberg nad Vitavou. Die Moldau macht einen großen Bogen rund um die Anlage, wir bekommen sie vom Rad aus auf diese Weise von allen Seiten zu sehen.
Bei Zaton machen wir Mittagsrast direkt am Fluß und grüßen die vorbeieilenden Kanufahrer.
Dann rollen wir in Cesky Kromlov ein, die ganze Stadt ist Weltkulturerbe und wird entsprechend vermarktet. Tief in einer Schleife der Moldau liegt dieses malerische Städtchen, durch dass wir zu Fuß zwischen den Menschenmassen umherbummeln. Die Kamera findet immer neue Motive !
Moldau von allen Seiten: Krumlau ist nur über die schmale Landzunge von Osten her zu erreichen, alle andern Wege sind Kletterpartien zu Fuß.
Doch übernachten wollen wir hier nicht, werden doch die ältesten Dachbuden zu Liebhaberpreisen angeboten. 7 km nördlich finden wir einen umgebauten Bauerhof, in dem wir freundlich empfangen werden. Die Oma des Hauses hat noch die letzten Tage des Krieges miterlebt und erzählt uns vom Einmarsch der Amerikaner, die kurz darauf von den Russen abgelöst wurden. Zum Abendessen dinieren wir in einer typisch tschechischen Kneipe, in der der Chef noch selber kocht.
Aufbruch: | 20.05.2009 |
Dauer: | 11 Tage |
Heimkehr: | 30.05.2009 |
Österreich