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UKRAINE, Tag 3 von 210
Ukraine, 07.12.
Nach der unkomplizierten Ausreise aus der Slowakei hatte vor allem ich aus Erinnerung von 2008 große Befürchtungen,
dass wir an der ukrainischen Grenze umfangreich bespaßt würden.
Bangen Mutes stapfte ich durch den Regen mit Pässen
und Papieren in die Zollabfertigungshalle.
Es stank unglaublich, aber wie immer sind die herzlichen, hilfsbereiten Fernfahrer eine Bank. Stets finde ich einen,
dem ich irgendwie mein Problem verständlich machen kann, dass ich keine Ahnng habe, an welchem Schalter mit kyrillischer
Schrift ich was machen muss. Sofort geht großes (mir unverständliches) Gerede los, und drei bis acht Trucker nehmen mich
ins Schlepptau und reichen grummeligen Beamten unter wortreichen Erklärungen meine Papiere durch die Glasfenster.
Wichtig dabei: sie machen mir auch deutlich, ob ein 10UAH Schein (ca. ein Euro) im Formular sein muss, oder ob 5UAH reichen.
Insgesammt sind die Beträge lächerlich, zusammen waren es unter vier EURO. Probleme haben meine Helfer wegdiskutiert oder ich
musste ein paar mal "No Baggage" und "Caravan, Turiste" sagen.
So waren wir schon nach eineinhalb Stunden bei der Zolldurchsuchung, die nur ein Abklatsch von meinem letzten mal war.
Nach etwa dreieinhalb Stunden waren wir ohne größeres Theater in die Ukraine eingereist.
Wir fuhren durch eine verregnete, wunderschöne Landschaft, da aber das Ziel ausschließlich der Erwerb günstigen Diesels war, hieß es Meter machen.
Über ausgefahrene Wege rumpelten wir durch die Waldkarpaten.
Eine Begegnung mit der Polizei konnte von EUR100,- auf 400UAH (~EUR40,-)
ohne Quittung herabgesetzt werden.
Am weitesten im Landesinneren gelegenen Punkt unserer Strecke konnten wir 430l Diesel zu umgerechnet
je 60Cent bunkern, auch wenn alle Hifsmittel zur Kreditkartenzahlung versagten. Der junge, engagierte aber unfähige Tankwart blätterte unkoordiniert und offenbar zum ersten mal durch die Bedienungsanleitung des Kartenlesegerätes und telefonierte ausgiebig mit verschiedenen Hotlines;
letztendlich machten Martin und ich mit mit ihm in seinem Auto eine abenteuerliche Jagd zum nächsten Geldautomaten.
Das ist deswegen spannend, weil hier der Höchstgeschwindigkeit nur die Motorleistung Grenzen setzt und alle grundsätzlich mit den
zahllosen und sinnlosen Überholvorgängen bis zur nächsten unübersichtlichen Kurve vor einer Höhenkuppe warten. Aus der Höhe von drei Metern mit sieben Tonnen Masse ist das entspannt anzusehen, aus der Gegenperspektive hingegen von Martin:"Höhepunkt waren die luxoriösen Sitzbezüe auf der Rückbank, die vermeintliche Anschnallgurte verdeckten, was mich stark an der Rückkehr zur Tankstelle in einem Stück zweifeln lies." Der als Pfand zurückgelassene Nick wurde dagegen mit Kaffe und russischen Chips bewirtet.
Also im Grunde genommen: business as usual.
Schließlich kamen wir an den Grenzübergang Satu Mare nach Rumänien, den ich 2008 bereits genutz hatte. Mit Gerede und ein paar Tricks reisten wir unkompliziert auf der PKW-Spur aus.
Das war wesentlich netter als letztes mal. Nasdarovje Ukraina!
Grüße
Nils
Irgendwie haben wir uns dann doch zurecht gefunden (Nick kann kyrillische Buchstabe zumindest lesen)
Aufbruch: | 24.11.2010 |
Dauer: | 7 Monate |
Heimkehr: | 30.06.2011 |
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