Verschoben ist nicht aufgehoben: Westafrika
02.05.2023: Gambiariver - Brufut
Guten Morgen von der Flußinsel mit den 3 Namen!
Mc Carthy war ein Kämpfer gegen den Sklavenhandel, Georgetown dank King George und Jananbureh ist ein indigenen Name, den die Stadt 1995 bekam.
1830 erhielt die Insel den Namen George Town, nach König George von England,
Von der Nord-Seite ist die Insel, nur mit der kleinen Fähre zu erreichen, von der Südseite ist die mit einer Brücke verbunden.
Die Insel ist 1,5kmx10km groß und war später die Insel für freigelassene Sklaven.
Hinten rechts wird für uns ein kleines Buffet gerichtet: es gibt ein Omelett für uns 3, Peanutbutter, Orangenmarmelade, Butter und Obst
Der Baum der Freiheit, er bekam den Namen wegen des grausamen Spieles, dass mit den Sklaven gemacht wurde: sie durften um ihre Freiheit laufen. Vom Sklavenhaus bis zum Baum, wer ihn erreichte, war frei.
Natürlich schaffte es keiner. Waffen und Hunde verhinderten es
Unser Guide zeigt uns noch alle Größen der originalen Ketten: die größten für die Männer, die mittleren für Frauen und es gab sogar ganz kleine für Kinder
Das ist keine Voodoo-Puppe, sondern noch ein aktueller Glücksbringer der die Jungen bei ihrer Beschneidung schützen soll—ich denke, die hängt zufällig hier
Wir bekommen viele Infos über den Sklavenhandel, der hier in Gambia allgegenwärtig ist-und immer wieder wird gemahnt, dieses zu verhindern!
Auch dieser originale Stacheldraht hinderte die Sklaven kurz vor dem Ziel noch den Baum zu erreichen
Hinter diesen Mauern war einst die Markthalle und hier fand der eigentliche Handel der Sklaven statt
Wir gehen weiter und kommen am Zweitschlimmsten Gefängnis von Gambia vorbei—das Schlimmste befindet sich in Banjul
Eine Fähre legt an und „spuckt“ wieder Menschen aus.. Unter ihnen ein älterer Mann, der Dawda anspricht.
Ich frage ihn was er denn wollte..? Er hatte kein Geld um nach Hause zu kommen.
Dawda gab ihm 100 GMD und wurde dafür gesegnet…
Ich hatte schon öfter beobachtet, dass Dawda immer mal wieder Leuten kleine Scheine zusteckt, wie auch einem Soldaten an der Straße-weil dieser noch nicht gefrühstückt hat.
Er erzählte, dass auch seiner Mutter mal geholfen wurde, als er noch ein Kind war. Ein Taxifahrer brachte sie heim, mit schweren Einkäufen. Dawda als kleiner Junge fragte den Taxifahrer wieviel Geld er wollte-obwohl er keins hatte und der Fahrer schüttelte den Kopf.
Das hat er nie vergessen
Später fuhren wir durch das Dorf, in das der alte Mann wollte und ich sagte, dass wir ihn doch hätten mitnehmen können.
Ab jetzt hatten wir immer Anhalter im Auto….
Hier ist das Sklavenhaus, leider ist es baufällig und es wird wegen Einsturzgefahr abgeraten hineinzugehen
Inne mussten die Sklaven dichtgedrängt ausharren, es gab große runde Löcher im Boden , die sich bei Hochwasser füllten und ihnen Trinkwasser gaben-Toiletten gab es nicht
Nun müssen wir uns wieder auf den langen Rückweg machen. Über eine kleine Brücke verlassen wir die Insel zur anderen Seite und sind nun wieder auf der South-Bank-Road.
Dawda möchte noch Holzkohle kaufen—er meint die wäre hier viel günstiger.
Überall an der Straße werden Säcke davon angeboten. Sobald wir stoppen, kommen die Verkäufer aus ihren Verstecken ans Auto
Sobald sie uns erkennen, kommen noch mehr dazu. Ein Sack soll 250 GMD kosten.
Dawda möchte aber nur 225 GMD bezahlen
Nach langen Verhandlungen (wir haben zwischenzeitlich wieder einige Stifte und Blöcke verteilt) -wird man sich einig: er bekommt 2 Stück für 225 GMD und 2 weitere für 250 GMD
Da die Damen aber nicht wechseln können, bezahlt er doch die ganzen 1000 GMD und will sich die Differenz später holen….
Glaubt ihr das??
An irgendeiner Stelle, die so ähnlich aussah wie diese, verkündete er: nun sind wir am höchsten Punkt von Gambia!!
Dawda „Shoppingtour“ ist noch nicht beendet…
Er erntet noch reichlich Grünzeug, welches getrocknet wohl einen tollen Tee ergibt
Er legt sie hinten ins Auto und bei der trocknen Hitze im Wagen kann man beim Trocknen förmlich zuschauen!
Wir bekommen ein dickes, großes paniertes Stück Butterfisch und ein paar wabbelige Pommes—die sind allerdings aus frischen Kartoffeln.
Der Fisch ist köstlich und eine Portion kostet etwa 5 Euro.
Hier gibt es kleine Tütchen mit frischen gefrorenen Fruchtsäften—wir kaufen 3 und sie schmecken köstlich!
So-weiter gehts, es ist noch weit und staubig—die Fenster sind immer offen, denn eine AC hat der Wagen nicht.
Dawda möchte auch noch Holz kaufen—auch so etwas findet man am Straßenrand-wir stoppen erneut, als Dawda die Verkäufer erkennt.
Das Haus gehört einem Mann aus Belgien—er hat eine gambische Frau geheiratet ( keine Seltenheit hier… ) und mit ihr 4 Kinder—der Jüngste kommt auf uns zu und Ruckzuck ist der Deal perfekt!—10 Bündel Holz a 100 GMD wandern nun auch aufs Dach
Nun gehts Richtung Küste—es ist uns gelungen einen guten Slot im spärlichen Internet unserer Unterkunft zu erwischen um uns am Strand ein tolles Hotel für die nächsten 4 Nächte zu buchen.
Das „Leo`s Beach Hotel for Adults only“ Sieht sehr edel aus und kostet mit Frühstück 110 Euro—ist okay für große Zimmer und einem schönen Pool und mit eigenem Strand
Ich freue mich aufs wifi!!
Am Straßenrand sieht Dawda plötzlich eine Tante mit Baby und Kleinkind…können wir die mitnehmen? Klar—gerne!
Die Tante setzen wir unterwegs ab, die Kinder bleiben noch
Witzigerweise ist die Tante in unserem Leo-Hotel Zimmermädchen!
Aufbruch: | 30.04.2023 |
Dauer: | 3 Wochen |
Heimkehr: | 22.05.2023 |
Senegal
Guinea-Bissau