Zu Gast bei Gadhafi - eine Fahrt durch die libysche Sahara
Durch den Idhan von Ubari
Langsam geht die Steinwüste in eine Sandwüste über, erste Dünen tauchen auf. Wir lassen Luft aus den Reifen. Muhamat macht uns auf dunkle Steine aufmerksam, die so leicht wie Glas in der Hand liegen, und spricht von dem großen See, der in grauer Vorzeit diese Fläche bedeckte, und an dessen Ufern Dinosaurier grasten. We can imagine!
Am nächsten Tag erreichen wir das Dünenfeld. Muhamat beginnt im Sand ein Loch zu graben. Er will wissen, wie weit die Durchnässung des Sandes reicht. Er kann den Arm bis zum Ellenbogen in nassen Sand stecken, also an die 40 Zentimeter. Unsere beiden Tuareg schütteln ungläubig die Köpfe. Wie muss es auch hier geregnet haben! Doch jetzt ist der Himmel tiefblau und die Sonne strahlt.
Idhan von Ubari
Die Dünen sind hoch und es ist für uns nicht unbedingt ersichtlich, wie das gefürchtete Dünenfeld am besten zu nehmen ist. Jetzt entfalten sich Muhamats Qualitäten. Sicher weist er mit der Hand den Weg, zeigt die Ausgänge aus den Dünentälern, deutet, in welchem Winkel die Düne angefahren werden soll. Der feuchte Sand trägt gut und so gestaltet sich der Weg durch die Dünen als absolut easy-going. Wir bleiben kein einziges Mal stecken und unsere Jungs sind angesichts der fehlenden Action fast ein bisschen enttäuscht. Als wir abends noch mit einem wunderschönen Dünenlager belohnt werden, ist der Tag perfekt!
Heute morgen hat es 4°C. Wenn das kein Fortschritt ist! Nach einigen Kilometern Fahrt erreichen wir den Bir Tissekawene (JPS: N27°55.008/E11°01.374), was soviel heißt wie Antilopenhörnchen-Brunnen. Der Brunnen ist mit Blechen abgedeckt.
Bei der Weiterfahrt wechseln sich verschiedene Wüstenlandschaften ab, auf Dünengebiete folgen Geröllkessel. An mehreren zur Orientierung errichteten Steinmännchen, den sogenannten Redjem oder Alam, und am aufgelassenen Bir Atchane (JPS: N27°04.232/E10°32.017) vorbei, erreichen wir am Spätnachmittag das Wadi Torhawene (JPS: N26°56.882/E10°26.112). Es bietet mit seinem Akazienbewuchs schöne Lagerplätze. Akazien versorgen sich mit ihren bis zu 40 Metern langen Wurzeln aus tiefen Bodenschichten mit Grundwasser. Am Rande des Wadis bilden geschichtete Schieferplatten eine bergige Erhöhung. Bei einem Spaziergang auf dessen Plateau finden sich hühnereigroße, vulkanische Kugeln und die sehr gut erhaltene Schale eines Straußeneis. Etwas außerhalb des Wadis zieht eine Kamelherde vorbei.
Redjem
Aufbruch: | Februar 2004 |
Dauer: | circa 4 Wochen |
Heimkehr: | März 2004 |