Mit dem Zug nach Südostasien
Nepali times
Frühlingserwachen - Ende Februar
Die Abende und die Vormittage werden langsam wärmer. Kali, die Gärtnerin, eine der fleissigsten Frauen hier, richtet täglich neue Ackerflächen her und bringt Saatgut in die Erde. Die Enten haben kleine Schnatterkinder und an den staubigen Büschen entlang der Straße zeigen sich unverzagt die ersten Blattspitzen.
In der Schule steht der " Parents- Day" an, ähnlich wie eine jährlich stattfindende Monatsfeier. Der übliche Unterricht findet kaum noch statt, in allen Räumen wird geprobt. Dazu ist jetzt auch Deborah aus der Schweiz gekommen, die von dort aus die Gründung und das Wachsen der Schule mit einem Freundeskreis aus begleitet und unterstützt. Unter ihrem wachsamen Auge bekommen die Puppen für das Puppenspiel dickere Arme, das Schauspiel wird dramatischer, die Musik wird weniger konservenunterstützt. Meine Arbeit in der Schule tritt dadurch ein wenig zurück, ich bastle Rechenketten und rechne mit Surhan und Ismiti, und wir üben die 6 er Reihe mit Bewegung für die Eltern.
Es hat sich auch schon ein Projekt herausgebildet, in dem das von Euch an Helmuts Geburtstag gegebene Geld Verwendung finden wird. Durch einen Hausbau in der Nachbarschaft ist der vom Kindergarten genutzte Grund weggefallen. Ein neues Stück ist schon da und gemeinsam mit den Erzieherinnen, die hier übrigens alle "teacher" heissen, weil sie ( auch im waldorfinspirierten Kindergarten) den Kindern im letzten Jahr das Lesen und Schreiben beibringen, haben wir ein paar schöne Geräte überlegt. Jetzt geht es an die Ausführung und da erleben wir jetzt nepalesische "Verbindlichkeit". Der Kauf von ein paar Baumstämmen beispielsweise dauerte schon drei Tage, obwohl sie ganz in der Nähe auf einem Grundstück lagen. Jetzt wurde spontan die Monatsfeier auf das Grundstück gelegt und das heißt, dass auch in dieser Woche Planung statt Tat angesagt ist. Wir hoffen jedoch, euch demnächst ein paar Bilder zeigen zu können von dem was dort entstehen wird.
Holi - das Fest der Farben - März
Am ersten Vollmond im März wird in Nepal Holi gefeiert - das Fest der Farben! In den Tagen vorher wird schon überall das Equipment dazu verkauft - kleine Plastikbeutel mit Farbpulver in leuchtenden Farben, dazu Spritzpistolen und kleine Wasserbomben. Trotz dieser " bedrohlichen" Zutaten haben wir uns zwei Holi- T- Shirts gekauft und tragen dazu unsere ältesten Arbeitshosen. Gemeinsam mit den anderen Volontären fahren wir nach Patan, "dem Feierzentrum". Auf Schritt und Tritt werden wir nun geradezu liebevoll mit Farbpulver eingerieben und sind schon bald fröhlich bunt. Nachdem das Fest in den vergangenen Jahren durch chemisches Farbpulver in die Kritik geraten war, gibt es nun andere Farben und anders als in Indien, wo man hauptsächlich mit Farbbomben gejagt wurde, entsteht durch das gegenseitige Einreiben ein kurzer persönlicher Kontakt. In einem Land, in dem die Menschen kaum Zärtlichkeit in der Öffentlichkeit zeigen dürfen, bietet dieser Tag die Gelegenheit für viele "Kontakte". Überall wird getanzt und es herrscht eine ausgelassene Stimmung, die man diesen so hart arbeitenden Menschen von ganzem Herzen gönnt. Wir versuchen, uns unter die Menge zu mischen, was aber auf Grund unserer Körpergröße einfach nicht gelingen will. Trotzdem empfinden wir uns für einige Zeit als Teil einer fröhlichen Gemeinschaft. Das anschließende Duschen ist dann auch noch einmal ein großer Spaß, aber alle Farbe lässt sich gut entfernen.
Spielplatzbau - März
Nach dem Parents- Day! In einer gemeinsamen Aktion aller wurden vor ein paar Tagen die Baumstämme herbeigeschafft - in einer halben Stunde war alles geschafft! Fröhlich wurden die Stämme in der Pause von den Kindern und Lehrerinnen in Besitz genommen, als Drachen, Pferde, Balanzierbalken und als Sitzgelegenheit. Aus den größten Stämmen wurde als erstes der Sandkasten zusammengebaut und schon nach wenigen Tagen konnte er von den Kindern in Besitz genommen werden. Aus ein paar Bambusstücken entstanden die ersten Trichter und Kuchenformen und manchmal konnte man vor lauter Kindern keinen Sand mehr sehen. Selbst nach Schulschluss sah man oft die älteren Schulkinder noch im Sandkasten spielen.
Dann machten sich Helmut und Julian aus Norwegen an das Entrinden der Stämme für die Schaukel. Mit einem vorsintflutlichen Bohrer wurden die Löcher für die Verbindungen gebort. All das unter den kritischen Augen der Kinder, die gespannt waren, was als nächstes kommen würde. Da es hier im Land keine fertigen Schaukelelemente zu kaufen gibt, liess Helmut beim Installateur einen Rahmen aus Wasserleitungen bauen. In diesen hinein machten die Frauen aus der Schmuckwerkstatt ein Geflecht aus Nylonseilen in Makramee Technik. Der Schlösser aus dem Ort Schweißstelle dann die entsprechenden Ösen für die Aufhängung an, Ketten könnten in der Stadt erworben werden.
Gleichzeitig wurde ein kleines Spiel-Haus aus Bambus begonnen. Josh und Nanni aus Colorado und für einige Tage auch Jessy aus Kanada waren da die treibenden Kräfte. Der Umgang mit Bambus als Baumaterial brachte viele Herausforderungen mit sich, so lässt er sich nicht nageln oder schreiben. Alle Verbindungen wurden deshalb mit Draht gemacht, so wie es bei den lokalen Gebäuden auch geschieht.Die Beplankung mit gespaltenen Bambus wollten eigentlich die Schüler der 3. Klasse im Rahmen ihrer Hausbauepoche machen, aber auch da verweigerte sich der Bambus. Es war einfach zu schwierig für die Schüler, die Nägel hinein zu bringen und auch bei den Erwachsenen gab es verletzte Daumen. Mit Feuereifer gruben die Schüler jedoch h die Löcher für die Fundamente ich so konnten wir gemeinsam das Haus aufstellen. Es war toll zu sehen, wie engagiert die Schüler bei all diesen praktischen Tätigkeiten waren. Das große Fenster mit Theke bietet sich als Shop an und schon am ersten Tag gab es dort Kuchen, Blüten und "Hühnchen" zu kaufen.
Aufbruch: | 24.08.2017 |
Dauer: | 10 Monate |
Heimkehr: | Juni 2018 |
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