Einmal rum!
Malaysia: Tabin Wildlife Reserve
Nachdem wir am Sungai Kinabatangan schon mit Wildlife erschlagen worden waren, gab es für mich eigentlich keinen Grund, diesen sündhaft teuren Abstecher in den Tabin Wildlife Reserve zu machen. Aber Insa würde während meines Tauchkurses auf mich warten müssen, also fairer deal und hier gibt es für den Leser auch mal was zu lachen!
Das Reservat befindet sich auf einer Halbinsel im Nordosten von Borneo in so genanntem Secondary Forest (in der Vergangenheit abgeholzt und vollständig erholter Wald), das tut der Menge an wilden Tieren aber keinen Abbruch.
Ricky, unser Guide, empfängt uns direkt bei Ankunft, versorgt mit uns die Formalitäten und macht mit uns zunächst einen kleinen Spazierang um die Lodge. Mit in unserer Gruppe ist ein offensichtlich frischverliebtes italienisches Pärchen, Mitte 40, welches, euphemistisch gesagt, gebrochen Englisch spricht und weder von der Lodge noch von dem Land, das sie bereisen auch nur das geringste weiß. Wir mögen ja Spießer sein, aber selbst andere europäische Touristen schüttelten über das Rumgeknutsche im Restaurant den Kopf. Was sollen dann die konservativen Malayen denken?
Das Highlight kommt allerdings mittags am 2. Tag, nachdem bei der Nachtfahrt am ersten Tag die irren Riesengleithörnchen und 3 verschiedene unglaublich schöne Schleichkatzen und morgens Gibbons(!!!) und Nashornvögel beim Frühstücken zu sehen waren und Insa und ich angefixt im Heck eines Pickups mit dem Pärchen und dem Guide zu einem Salt Lick unterwegs sind. Da fragen die nämlich: "Why don't you offer something more interesting?"
Der Guide und wir fallen verdutzt fast aus dem Pickup.
"Can't we do more Trekking?"
-"Ok, we can go later on one of the walks near the Lodge, it's 2,2km."
"Oh no, that's much too long!"
Äh, da konnte leider keiner so richtig folgen.
Was bei unseren unzufriedenen Begleitern für ziemlichen Unmut sorgt. Als wir nämlich bei strömendem Regen zu einem Aussichtspunkt fahren sollen, fragen wir, ob man denn da bei Regen und Nebel überhaupt was sieht und Photos machen kann.
Worauf unser italienischer Hengst sein durch seine scheinbar neue Begleitung entfachtes Testosteron zusammennimmt und folgendes anmerkt: "If you want to take pictures, go to the zoo!"
Freunde sind wir nicht mehr geworden.
Bleibt zu erwähnen, dass dieses Desinteresse der Sichtung von (nicht im Zoo gehaltenen) Tieren keinen Abbruch getan hat. Ein weiterer Höhepunkt war die Sichtung einer sehr stolzen und atemberaubend schönen Leopard Cat, außerdem Höckerstörche, 3 große Eulenspezies, von denen wir eine beim Versuch des Mausfangs erwischt haben. 3 Schlangen, davon eine Viper, die süßen Hirschmäuse und Nashornvögel. Ich wäre fast mit dem Bild eines sehr seltenen Malaysian Blue Flycatcher reich geworden. Das Bild zeigt gestochen scharf den Pfahl, auf dem er eine Sekunde vorher noch saß...
Unerwiderte Schlangenliebe
Der Schrecken darüber ist ihr noch anzusehen...
Schleichkatze
Der Malaienkauz
....und last, but surely not least: Die stolze Bengalkatze. Sie hatte gerade die von ihr auf der letzten Fotosession beworbene Swarowski-Kette ab genommen und wurde eiskalt von einem Paparazzi erwischt. Aber braucht sie Schmuck um atemberaubend auszusehen?
Aufbruch: | 12.07.2011 |
Dauer: | 8 Monate |
Heimkehr: | 01.03.2012 |
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