Rückenwind
Panama: Panama City
In Panama steht ein grosses Ereignis bevor. Meine Schwester Jessica kommt mich mit ihrem Freund Jan-Philipp besuchen. Nach neun Monaten habe endlich wieder ein wenig Familie um mich. Endlich wieder vertraute Menschen. Ich hole die beiden mit unserem persoenlichen Taxisten Javier am Flughafen ab. Wir nehmen uns in zwei Wochen eine Tour durch Panama und Costa Rica vor. Ein Urlaub laeuft etwas schneller ab als das Tempo eines Weltreisenden. Doch die beiden haben einen entspannten Takt, ich komme gerade noch mit.
Als erstes sehen wir uns das wichtigste Bauwerk in Panama an, den weltbekannten Kanal, der auf 82 km Atlantik mit Pazifik verbindet. Der Kanal ist in einer Zeit gebaut worden, wo die Schaufel noch das wichtigste Werkzeug war. Viele Arbeiter wurden von Malaria dahingerafft, sodass die Franzosen Insolvenz fuer das Kanalprojekt anmeldeten. Die USA sind daraufhin in den Kanalbau eingestiegen. Die erste Durchfahrt erfolgte nach der Fertigstellung im Jahr 1914. Die USA waren bis 1999 der Betreiber. Heute ist der Kanal in panamesischem Besitz.
Zweck des Kanals ist die Anhebung der Schiffe um 26 m auf Hoehe des kuenstlich angelegten Gatun-Sees, zur Passage des Landesinneren von Panama. Auf drei Schleusen werden die Schiffe abgesenkt und angehoben. Eine davon ist die Miraflores-Schleuse, die wir besichtigt haben.
Etliche Schiffe werden nach den Bemassungen der Schleussen gebaut. Durchfahrende Containerschiffe fassen maximal 4.000 Container. Wenn man bedenkt, dass die groessten Schiffe heute 14.000 Container laden, ist der Kanal unterdimensioniert. Der Staat Panama hat deshalb den Ausbau beschlossen. Ab 2014 sollen Schiffe mit bis zu 10.000 Container den Kanal passieren koennen. Eigentlich heute schon wieder zu wenig.
Die Gebuehren fuer die Passage werden nach Verdraengung bemessen. Die teuerste Passage lag bei 317.000 USD fuer ein Containerschiff. Ab 2014 werden die Rekorde allerdings purzeln.
Der Kanal ist inzwischen heillos ueberlastet. Dutzende Schiffe warten auf der Pazifik- und Atlantikseite auf ihre Durchfahrt.
Taxist Javier bringt uns vom Kanal auf die Pferderennbahn. Pferderennen ist in Panama Sportart Nr. 1! Wer haette das gedacht? Wie wir erfahren, war er lange Trainer und kennt auf der Bahn Hinz und Kunz, schuettelt dem Nationaltrainer die Hand, wird von Jockeys auf der Rennbahn begruesst. Nicht nur das, er sagt uns die ersten drei Plaetze bei den Rennen voraus und verhaut sich nur durch eine Verletzung eines Favoriten um einen Platz. Ein geschultes Auge und viel Erfahrung machen eine Wette fast zur Farce.
Die Pferde sind dermassen temperamentvoll, dass sie von einem Begleiter im Zaum gehalten werden muessen. Immer wieder wollen sie ausbrechen und vor dem Start schon losrennen.
Wir sehen uns Panama Viejo an, die erste Altstadt Panamas, die heute nur noch eine Ruine ist. Die Stadt wurde in der Kollonialzeit mehrmals von Piraten angegriffen, vor allem der vielen als Rummarke bekannte Captain Morgan stach als Zerstoerer heraus.
Die aktuelle Altstadt Casco Viejo aehnelt der Ruine in einigen Teilen. Sie wurde jedoch von der UNESCO zum Weltkulturerbe ausgerufen. Derzeit wird an allen Ecken und Enden restauriert und renoviert. Zerfallene Haeuser stehen neben prachtvollen Altbauten, der Kontrast ist noch relativ hoch. In fuenf bis zehn Jahren wird hier ein Schmuckstueck enstanden sein.
Aufbruch: | 31.01.2010 |
Dauer: | 14 Monate |
Heimkehr: | 31.03.2011 |
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