2009 - Zurück nach Australien
Victoria & Tasmanien: Melbourne II
In Melbourne gibt es viele, viele Gärten, noch mehr als in Adelaide. In jedem Stadtteil trifft man auf einen großen Park, der zum Verweilen im Grünen einläd.
Die Fitzroy Gardens liegen im Norden im Stadtteil Fitzroy und gehören zu den schönsten, weshalb ich hier ein paar angenehme Stunden verbrachte.
Hier steht auch Captain Cook's Cottage, das Cottage der Eltern von James Cook. Es wurde 1755 gebaut und ist somit das älteste Gebäude in Australien - aber natürlich stand es ursprünglich in England. Es wurde erst viel später hierhergebracht und haargenau wieder aufgebaut.
Dieses Miniatur-Tudor-Dorf wurde der Stadt Melbourne von einem englischen Dorf geschenkt, aus Dankbarkeit für die Unterstützung im Zweiten Weltkrieg
Man bräuchte wahrscheinlich Tage, um das große Kunstzentrum der Stadt ganz genau zu entdecken. Ich beschränkte mich darum auf die Nationalgalerie von Victoria - alleine hier gab es mit über 20.000 Kunstwerken mehr als genug zu sehen. Der Besuch lohnte sich auf alle Fälle. Von ägyptischer Kunst aus der Antike, über Rembrandt, Monet und Picasso bis zu zeitgenössischen Werken war wirklich alles dabei, und obwohl ich mehrere Stunden hier verbrachte, sah ich längst noch nicht alles.
Auch Museen gibt es in Melbourne natürlich eine ganze Reihe, ich suchte mir die beiden raus, die ich wirklich gerne sehen wollte: Das Immigration Museum am Ufer des Yarra und das Melbourne Museum im Norden der Stadt. Beide gehören zum absolut Besten, was ich bisher an Museen gesehen habe!
Im Immigration Museum drehte sich alles um die Einwanderung, der Fokus lag aber nicht auf den ersten Siedlern, sondern vor allem auf den letzten hundert Jahren. Durch viele persönliche Geschichten, Videos und private Ausstellungsstücke wurden einem die verschiedenen Gefühle bewusst gemacht, die mit einer Auswanderung verbunden sind: Erwartung, Abschiedsschmerz, Angst vor dem Ungewissen, Hoffnung, Träume usw. Und diese Gefühle gelten heute noch genauso wie vor hundert Jahren...
Am Südufer liegt die Polly Woodside, ein Segelschiff von 1885 und eines der ersten Schiffe mit Eisenrumpf.
Das Melbourne Museum war einfach riesig und es war unmöglich, sich alles genau anzuschauen, so viele Infos und Ausstellungsstücke gab es. Ein Abschnitt beschäftigte sich natürlich mit der Stadt Melbourne, und ließ die Besucher durch Nachbauten und Tonbänder die glorreichen Zeiten des Stadt spüren, so dass man sich wirklich in die Vergangenheit zurück versetzt fühlte.
Im Süden der Stadt befinden sich die Royal Botanic Gardens und die King's Domain. Dieses Gebiet ist sehr groß und es gibt viel zu sehen. Am imposantesten aber ist der Shrine of Remembrance, ein riesiges Denkmal für die australischen Gefallenen des Ersten Weltkriegs, das 1934 - so kurz vor dem Zweiten Weltkrieg - eingeweiht wurde. Die Swanston Street führt direkt auf das Denkmal zu, so dass man von ihr direkt auf den riesigen Bau schaut, während man vom Denkmal aus direkt auf die Stadt hinunter sieht.
Dieses Denkmal ist echt etwas Besonderes. Fast in jeder australischen Stadt steht ja ein Kriegsdenkmal, so dass man sich mit der Zeit an sie gewöhnt - aber dieses ist so unglaublich groß und so schlau konzipiert, dass man sich davor stehend einfach nur winzig fühlt. Man darf auch nicht von vorne aus direkt auf den Balkon, sondern muss erst einmal durch ein Infozentrum, und dann durch verschiedene dunkle Gänge und Kammern, in denen sich Ausstellungsstücke, Flaggen und Statuen befinden. Die Atmosphäre ist sehr bedrückend, es ist totenstill, und ans Fotografieren denkt man gar nicht erst. Es ist keine besonders schöne Erfahrung, aber im Gegensatz zu anderen Denkmälern, wo man nur kurz die Jahreszahlen liest und dann weiter geht, wird einem hier tatsächlich bewusst gemacht, wie schrecklich der Erste Weltkrieg war.
Wenn man endlich auf dem Balkon ankommt und ins Freie tritt, hat man einen grandiosen Ausblick auf die Stadt, was für ein hoffnungsvolles Ende des Denkmalbesuchs sorgt.
Aufbruch: | 22.07.2009 |
Dauer: | 8 Monate |
Heimkehr: | 24.03.2010 |
Hongkong