365 Tage, 4 Kontinente, 1 Traum: mit dem Rucksack Richtung Westen!
neuseeland: back to civilisation in auckland: von auckland nach cape reinga
so, nachdem wir also in auckland alle sushi-laeden ausprobiert haben starteten wir mit dem wohnmobil durch. die uebergabe dauerte 2,5 stunden und wir hatten immer noch nicht verstanden am ende wie man die toilette richtig leert oder wie lange unser gas haelt. wir beschlossen somit, die toilette einfach nicht zu benutzen (oder gemaess wm-trip letztes jahr: wer sie benutzt, muss sie auch leeren ).
der erste stop galt natuerlich dem supermarkt, wo erst mal "das noetigste" eingekauft wurde, um 10 tage ueberleben zu koennen. und dann gings los richtung norden!
zweiter stop nach 3 stunden dann an einem netten parkplatz, die es hier wie sand am meer gibt, meist an einem fluss oder aussichtspunkt. und dann wurde erst mal gekocht und realisiert, dass wir nun tatsaechlich in neuseeland sind...
was wir unbedingt anschauen wollten waren die grossen kauri-baeume im norden der insel. diese baeume sind riesig und teils schon mehrere tausend jahre alt. da sie im laufe des wachstums die aeste regelmaessig abwerfen ist es eines der wertvollsten hoelzer, ohne astloecher oder unregelmaessigkeiten. aus diesem grunde wurden riesige flaechen von kauri-wald anfangs des jahrhunderts abgeholzt, weshalb jetzt nur noch kleine flaechen stehen. durch diese waelder fuehren die strassen sehr kurvig, um den empfindlichen wurzeln nicht zu schaden. da wir eh sehr gerne draussen sind waren diese waelder ein sehr schoenes naturerlebnis und da es immer mal wieder kurze regenschauer gab tropfte es von den urwaldriesen und es roch nach regen und wald.
was es in neuseeland auch gibt (und nur hier) sind riesige baum-farne, die aussehen als stammen sie aus einer anderen welt. voellig unrealsistisch. hier in den waeldern konnten wir uns zum ersten mal vorstellen, wie es den location-scouts von "herr der ringe" ergangen sein muss, als sie diese "fabelwelt" sahen. man meint an jedem baum bilbo beutlin kommt um die ecke... ganz neuseeland wimmelt von schauplaetzen, an denen gedreht wurde. doch dazu im naechsten bericht mehr...
dies ist der "vater des waldes" - oben brach erst neulich anscheinend einer der letzten kronen ab, weshalb es ein wenig eher einem stummel gleicht als einem maechtigen baum. doch die groesse des stammes ist unglaublich. wir haben 1000 bilder gemacht, um das rueberzubringen, haben dann aber aufgegeben...
vom kauri wald gings weiter richtung norden, entlang der rauhen westkueste. an einem der vielen "scenic lookouts", die man aufgrund der zahlreichen infotafeln nicht verfehlen kann (touristenfreundliches neuseeland!) ging ein ehepaar mit zwei hunden und einer ziege (!) am strand spazieren. neuseelaender sind naturburschen und zudem ungeheuer symphatisch! die ziege wollte auch gar nicht mehr heim, sie frass und frass...!
und dann kam ein einwohner des ortes unterhalb an der bucht, um zu schauen, ob die zugvoegel noch immer nicht richtung hawaii abgehauen waren. doch unten sass noch eine ganze horde friedlich auf dem fels, obwohl sie schon seit mai im warmen sein sollten. wir haben uns ne ganze weile mit ihm unterhalten und er hat uns -wie ein guide- alles ueber die flora, faune, die maori und den zweiten weltkrieg erzaehlt. der krieg faellt irgendwie oft, wenn sich leute mit deutschen unterhalten. wie um unsere einstellung dazu zu testen meinte er beilaeufig: "yes, you have been on the other side..." have we?... es zu erklaeren, dass wir eine andere generation sind ist oft zu muehselig...
mittags beschloss dann ich auch einmal zu fahren. bisher hatte ich den part der navigation uebernommen, was karten lesen genauso bedeutete wie den kompletten reisefuehrer erst mal elsen, den wir durch zufall beim book exchange im hostel in auckland gefunden haben. ein loose-reisefuehrer, der leider mit unserem geliebten footprint-southamerica-handbook nicht mithalten konnte... diesen musste ich in santiago im hostel zuruecklassen, klar was wollen wir hier damit...
also, ich ans steuer. und schon beim ersten beschleunigen meinte ich da stimmt was nicht, da die karre an einem bestimmten punkt nicht mehr schneller wurde. und als bei voller fahrt im fuenften gang dann ploetzlich die geschwindigkeit runter ging fuhren wir rechts, ne links (!) ran. ausgerechnet die englaender mussten hier einfallen und den linksverkehr mitbringen... wir stellten nichts fest, doch a wir noch 8 tage vor uns hatten suchten wir eine werkstatt (nerv...)
der nette junge herr bemuehte sich, machte auch eine probefahrt und beschloss dann, den tank mit einer fluessigkeit von innen zu reinigen und den turbo-filter auszupusten und zu reinigen.
fazit nach 5 tagen nun: nach ein paar kilometern fahrt beginnt das auto zu spinnen und wir koennen nicht mehr richtig beschleunigen. doch solange wir ueberhaupt noch voran kommen soll uns das nicht belasten - fahren wir eben langsamer.
auf dem weiteren weg an den aeussersten norden lag der "ninety mile beach", ein tatsaechlich nur 63 meilen langer strandabschnitt, der ganz offiziell zum strassensystem von neuseeland gehoert. eine lange strand-strasse sozusagen ;-o!
ja, und so fahren die leute mit ihren allrad-fahrzeugen dann auch am strand entlang, ohne stau und ampeln.
fuer mietfahrzeuge ist das befahren dieses abschnitts des strassennetzes laut vertrag verboten, da die flut unterschaetzt wird und viele fahrzeuge dann herrenlos ertrinken...!
die stimmung am strand war aufgrund der brandung und der einsamkeit herrlich.
ein paar kilometer weiter war ein zweiter zugang zum strand - noch sehr viel einsamer nach kilometerlanger fahrt durch den wald. dort waren wir dann zur daemmerung und die stimmung war unglaublich toll.
die nacht verbrachten wir in "waitiki landing", der letzten tankstelle mit restaurant und motorcamp, bevor es auf die letzten ungeteerten 20 km richtung "cape reinga" ging. dort fragten wir nach dem preis fuer den stellplatz, der dann 18 N$ kosten sollte, rund 10 EUR. eigentlich nicht noetig, geld fuer einen stellplatz auszugeben, doch wir brauchten die toiletten mal wieder... durchfall laesst gruessen ;-((
auf chris frage dann, ob wir gleich bezahlen sollten meinte die lady wir sollen morgen frueh ab 10.30 uhr kommen. klar, als ob wir solange hier stehen bleiben! vermutlich war auch ihr das klar, dass wir somit ohne zu bezahlen wieterfahren. ausser ein wenig wasser fuer die klospuelung haben wir keine unkosten verursacht, weshalb dies die kriminalitaet des tages 5 war...!
und so waren wir fruehmorgens wieder die einzigen am mystischen "cape reinga", dem leuchtturm am noerdlichsten zipfel von neuseeland. angeblich sind an diesem punkt die seelen der verstorbenen maori wieder ins meer gewandert, um richtung hawaii zurueckzugehen.
der wind toste, es war unglaublich, im hintergrund treffen pazifik und die tasmanische see aufeinander und weit und breit keine menschenseele. wenn wir uns nun vorstellen, dass wir im sommer hier waeren, wo die ganzen stellflaechen auf dem parkplatz mit reisebussen belegt sind, mit all den menschen, dem laerm, dem stimmengewirr und gedraenge... dann danken wir gott, dass wir im winter hier sind!! an den lagunen und straenden fahren wir einfach vorbei...denn dann wird man schon wehmuetig, weil man nicht reinspringen kann...!
und dann wollten wir euch noch zeigen, wie oeffentliche toiletten in neuseeland aussehen - an einem menschenleeren ort, 30 autominuten nach dem letzten haus. blitzeblank!
weiter gings wieder richtung sueden entlang der ostkueste.
Aufbruch: | 19.03.2007 |
Dauer: | 12 Monate |
Heimkehr: | 16.03.2008 |
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